FreeNas 11 Upgrade zu TrueNas Core 12?

Vorab: FreeNas in der Version 11 läuft jetzt seit ca. drei Jahren auf meinem HP Microserver Gen8 wunderbar. Keine Probleme, Updates liefen durch und es war fast langweilig geworden. Bis es 12 schlug…

Warum ein Upgrade?

Auffällig wurde ich wieder auf den Server, als mein Windows minutenlang stockte: Der Grund war ein Lese-Schreibfehler auf der Gen8 Kiste, die den SMB lahmlegte und Windows beharrlich auf Antwort wartete. Alles im Zuge eines Windows Updates und ich sah mich schon die Workstation zerlegen.

Ein USB Stick hatte sich verabschiedet: System Dataset war ebenfalls auf einem USB Stick, auch wenn dort viel gelesen und geschrieben wurde, hat dieser lange durchgehalten. Angelegt hatte ich das Dataset damals auf einem USB Stick, weil es auf dem ZFS Volume der Platten den “Energiesparmodus” verhinderte. Klar, immer wieder mal Zugriffe. Da die Platten jetzt aber eh durchlaufen, liegt das Dataset wieder auf dem ZFS Store Volume.

Zudem war der USB Stick für’s System ebenfalls schon seeeeehr betagt, und ich entschied mich, alle Stick zu ersetzten. Klaro, nix leichter als das:
Boot-System einfach ein USB Stick attachen um ein Raid1 zu bekommen, und den ollen Stick abziehen. Et voila?! Nix da, denn der USB Stick von Lexar war wirklich Spitze, aber auch leider einige Bytes zu groß, um auf einen SanDisk zu spiegeln.

TrueNas Core 12

Also USB Stick mit 11 zur Seite legen, Platten raus und einfach mal eine nackte Core 12 Installation laufen lassen, und als diese sich prima zurückmeldete, runterfahren und die Platten rein.
Nach dem hochfahren war alles okay, auf den ersten Blick prima. ZFS Volume erkannt.

Dann zurück auf den USB Stick mit 11, ein Update angestoßen auf den Train Core12 und auch das lief durch. Config gesichert, den neuen Stick wieder rein und Config zurück. Bis hier alles super, bis auf diese ewigen Bootzeiten der Microserver Serie.

Was funktionierte auf Anhieb?

Was auf Anhieb funktioniere waren die Systemeinstellungen und die SMB Freigaben. Daten waren wieder da. Also erstmal Entspannung. ZFS Volume Upgrade und auch hier alles tutti! Wenigstens sind die Daten da.

Erster Blick aufs Core 12 Panel. Sieht schön und aufgeräumt aus!

Das Dashboad sieht nett und aufgeräumt aus, die Daten sind erreichbar.
“So what, Saschi?”

Was funktionierte denn nun NICHT MEHR?

Schattenkopien sind weg!

Ein Mega Vorteil der FreeNas/ TrueNas ZFS Geschichte waren die Snapshots. Alle paar Stunden wird ein Abbild geschossen und gespeichert, wo man in Windows ganz leicht über die Vorgänger Versionen wieder rankommt.

Ich mach es kurz, die Snapshots wurden weiter angelegt, aber auch hier musste das Format angepasst werden. Er machte statt stündlich nur einen Snapshot morgens um 9, statt ab 9:00 jede Stunde einen abzuarbeiten. Und ebenso erscheinen diese nicht in den Vorgängerversionen der Windowsfreigabe, obwohl der Reiter Shadow-Copies angewählt ist. Lösung ist hier, man kann den versteckten .ZFS Ordner in der SMB Freigabe anzeigen lassen und kann somit über den Dateimanager durch die alten Versionen navigieren. Schön ist das trotzdem nicht.

Cloud Credentials nicht funktional

Mein NAS hatte die Aufgabe, jeden Sonntag Nacht die Produktiv-Daten auf einen entfernten BackBlaze B2 Storage verschlüsselt zu sichern.
Der kurze Verbindungscheck funktionierte nicht.

Nun ist so ein Zugang zu einem neuen Bucket schnell eingerichtet und dann läuft halt der Sync einmal über Wochenende neu. Kein Problem. Hier musste aber der alte Job gelöscht werden, da dieser nicht mit den geänderten Credentials zurecht kam. Kurz neu angelegt und den Job gestartet: Gartenarbeit stand an.

läuft…

Wo ist mein Boot-ZFS?

Nachdem ich den Boot Pool wiedergefunden hatte, diesmal unter System/ Boot/ Actions konnte ich mit zwei baugleichen Sandisk 32GB Sticks das Boot Volume spiegeln. Prima, endlich die Altlasten entsorgt.

Würde ich ohne diese Probleme zu 12 gewechselt haben?

Ich denke nicht!

Zum einen fand ich den Upgrade Prozess zwar erst erfolgreich, aber einige der Tasks oder Einstellungen wurden nicht sauber übernommen, und hier liegt in meinen Augen die größte Gefahr. Alles sollte kontrolliert werden, denn es nützt ja keinem, wenn durch ein Datenfehler oder ein Trojaner das komplette Volume zerschossen ist, und die Sicherung zu Extern nicht gelaufen ist? WTF?!

Zum anderen sind so elementar wichtige Funktionen wir die Vorgänger Versionen für viele wichtig und ich würde keinem Kunden das System so aufstellen, ohne dass er dieses Feature einfach nutzen könne.

Ich werde in den nächsten Tage das 12er nochmal genau unter die Lupe nehmen. Die Daten sind ja in den Freigaben da und ich kann mich wieder der produktiven Arbeit widmen.

Aber für mich fühlte sich das nicht stable, eher Beta an. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.

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